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Alpen-Adria-Team Bayern erobert Platz drei!

Kategorie: Orientierungslauf
20.06.2017 22:00

Die bayerische Equipe schafft beim Länderkampf in Slowenien hinter der Steiermark und Slowenien erst zum dritten Mal überhaupt den Sprung unter die besten drei Regionen.

Die bayerische Mannschaft beim Alpen-Adria-Cup 2017 in Slowenien

Die bayerische Mannschaft beim Alpen-Adria-Cup 2017 in Slowenien

Die Vorzeichen standen günstig für eine zahlreiche Teilnahme am diesjährigen Alpen-Adria-Cup: ein Termin am Ende der Pfingstferien, davor ein Brückentag, und mit der Region um die slowenische Hauptstadt Ljubljana eine gleichermaßen attraktive wie leicht erreichbare Region. So folgten knapp 50 bayerische Orientierer der Einladung von Teamchef Ralph Körner und nahmen am dreitägigen Länderkampf in Slowenien teil.

Während sich vor dem Staffellauf am Auftakttag noch kurze Regenschauer ins warme Wetter mischten, strahlte zu den Einzelläufen die Sonne vom blauen Himmel und sorgte für hohe Temperaturen und dementsprechend anstrengende Bedingungen. Die Stimmung im größten bayerischen Alpen-Adria-Team seit dem Heimwettkampf 2009 in Regensburg war all die Tage über bestens. Viele Bayern kombinierten die Wettkämpfe mit einem Kurzurlaub inklusive Sightseeing in und um das pittoreske Ljubljana.

Staffellauf: solide Ergebnisse mit Luft nach oben

Das Staffelrennen fand in kontinentalem Gelände nahe Komenda nördlich von Ljubljana statt. Der vor drei Jahren durch einen Sturm in Mitleidenschaft gezogene Wald präsentierte sich sehr grün und teils schlecht belaufbar. Entsprechend anspruchsvoll waren die Bahnen gelegt und nicht selten gab es erhebliche Zeitverluste durch Fehler.

Nicht vom Erfolg abbringen konnte dies jedoch die erste bayerische Mixed-Seniorenstaffel in MW 35 in der Besetzung Ronny Natho, Anna Enborg und Andreas Enborg. Das Trio sicherte sich mit einem Start-Ziel-Sieg souverän die Goldmedaille und dem Bayernteam wichtige Punkte. Die holte auch das erste Damenelite-Team, das in der Besetzung Anna Schöps, Linda Indola und Dianora Herashchenko Vierter wurde.

Etwas Federn lassen musste Bayern in der Jugendkategorie MW 18, wo Philipp Schwarck, Marei Lehner und Riccardo Casanova mit Rang fünf Vorlieb nehmen musste, sowie in der Herrenelite, wo das erste bayerische Team in der Besetzung Korbinian Lehner, Lukas Janischowsky und Teodor Yordanov am Ende mit einer Aufholjagd auf Rang vier in der Alpen-Adria-Wertung noch Schadensbegrenzung betrieb.

Gut lief der bayerische Nachwuchs in der nicht zur Länderwertung zählenden Kategorie MW 14: Ole Magnus Baath, Verena Hötzinger und Leo Ritzenthaler wurden hier Zweite.

In der Länderwertung lag Bayern auf Rang drei mit komfortablen Vorsprung auf Rang vier, aber bereits etwas Rückstand auf das gleichauf liegende Spitzenduo Slowenien und Steiermark.

Mitteldistanz: bayerische Topresultate im Karst

Sehr anspruchsvolle Bahnen erwarteten die rund 600 Sportler zur Mitteldistanz nahe Kalce südwestlich von Ljubljana. Das von unzähligen Dolinen geprägte Karstgelände war ebenfalls ein Opfer des Sturms von 2014, so dass auch hier die Belaufbarkeit stellenweise sehr schlecht war, was die Umlaufrouten häufig zur korrekten Wahl machten.

Insbesondere die bayerischen Senioren konnten der Etappe ihren Stempel aufdrücken: Andreas Enborg gewann die Alpen-Adria-Wertung in M 35, Anna Enborg in W 35 und Sergey Cherniavsky in M 45 wurden in der Länderkampfwertung jeweils Zweite. In der Herrenelite lief Teodor Yordanov ein starkes Rennen und wurde Dritter unter den Alpen-Adria-Startern, in der Damenelite war Dianora Herashchenko auf Rang sieben beste bayerische Läuferin. Auch Marei Lehner als Dritte in W 18 und Milena Grifoni als Fünfte in W 45 sicherten wichtige Punkte für Bayern, das an diesem Tag in der Regionenwertung nur wenig Boden auf das gerade einmal vier Punkte auseinander liegende Spitzenduo verlor.

Einen bayerischen Podestplatz gab es auch bei der nicht zum Länderkampf zählenden Schülerklasse M 12: Leo Ritzenthaler fehlte als Zweitem nur eine einzige Sekunde zum Sieg.

Sprint: Bayerns Nachwuchs sammelt Podestplätze im Park Tivoli

Nachdem bei den bisherigen Rennen aufgrund der schwierigen Belaufbarkeit des Terrains kaum Maximalgeschwindigkeit möglich gewesen war, kamen beim Sprint-OL im Park Tivoli im Nordwesten Ljubljanas die Sprinter auf ihre Kosten. Auch wenn es hier nicht um Punkte für den Alpen-Adria-Cup ging, gab es im offenen, schnell belaufbaren Wiesengelände spannende Duelle im Kampf um die Platzierungen.

Insbesondere Bayerns Nachwuchs sprintete gleich reihenweise aufs Podium: Doppelsiege gab es in M 12 durch Ole Magnus Baath vor Leo Ritzenthaler und in W 16 durch Katrin Hertel vor Kayla Ritzenthaler. Den Sieg in M 18 sicherte sich Riccardo Casanova, Susan Kurth wurde in W 35 Zweite und Platz drei stand am Ende für Benedikt Lehner in M 16 und Korbinian Lehner in M 21 zu Buche.

Langdistanz: Bayern verliert an Boden

Die Entscheidung im diesjährigen Alpen-Adria-Cup fiel bei der abschließenden Langdistanz in Dobeno nördlich von Ljubljana. Viele Höhenmeter und ein abermals sehr schwer belaufbares Gelände erwartete die Teilnehmer. Meist war die Wahl einer Wege-Route mit größerem Umweg die schnellere Variante auf dem Weg zum nächsten Posten, so dass der Wettkampf teils sehr laufbetont wurde, ohne dass man jedoch die Konzentration in den zahlreichen Dolinen des vom Karst geprägten Gelände schleifen lassen konnte, um nicht wertvolle Zeit durch Fehler zu verlieren. Besonders hart wurde das Rennen in den Elitekategorien, nicht zuletzt auch durch das schwülwarme Wetter mit seinen hohen Temperaturen.

Die bayerischen Podestplätze waren bei diesem Rennen leider etwas dünner gesät als in den Vortagen, so dass die weiß-blaue Mannschaft in der Länderwertung diesmal deutlich an Boden auf die besten zwei Regionen verlor. Stark liefen die M35-Senioren Ronny Natho und Andreas Enborg mit Rang zwei und drei in der Alpen-Adria-Wertung, sowie Teodor Yordanov in der Herrenelite mit einem erneuten dritten Platz in der Länderkampfwertung. Platz vier steuerten Marei Lehner in W 18 und Peter Weinig in M 45 bei, Fünfte wurden Katrin Hertel in W 16, Anna Enborg in W 35 und Milena Grifoni in W 45. Einen Doppelsieg holten erneut die Youngsters in der nicht zum Cup zählenden Kategorie M 12: Ole Magnus Baath gewann in vor Leo Ritzenthaler.

Gesamtwertung: Steiermark holt vierten Sieg in Folge

Den Sieg beim Alpen-Adria-Cup sicherte sich wie schon in den drei Jahren zuvor die Mannschaft aus der Steiermark, die bei der Langdistanz die slowenischen Gastgeber deutlich distanzieren konnte und am Ende 332 Punkte holte. Hinter den mit 309 Punkten zweitplatzierten Slowenen sicherte sich die bayerische Mannschaft mit 266 Zählern einen letztlich nie gefährdeten dritten Platz unter den zwölf vertretenen Regionen. Die nächstbesten Teams aus der Lombardei bzw. Trentino-Südtirol hatten mit 207 bzw. 202 Punkten bereits einen deutlichen Rückstand.

Für Bayern ist es nach Platz drei beim Heimspiel in Regensburg 2009 und dem sensationellen zweiten Platz im kroatischen Rijeka 2011 erst das dritte Alpen-Adria-Podium überhaupt. Dieses soll natürlich nach Möglichkeit im kommenden Jahr verteidigt werden, wenn im Juni 2018 die ungarische Region Vas zur nächsten Auflage des Alpen-Adria-Cups in die Gegend um Szombathely einlädt.

Text: Ralph Körner
Bild: Sven Fischer

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