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Bayern verteidigt beim ARGE ALP OL den vierten Platz

Kategorie: Orientierungslauf
19.10.2017 21:30

Erneut persönliche Punktebestleistung für die rund 100-köpfige bayerische Mannschaft beim von Traumwetter begleiteten Länderkampf in Vorarlberg.

Das bayerische ARGE-ALP-Team vor der Bodensee-Kulisse in Bregenz

Das bayerische ARGE-ALP-Team vor der Bodensee-Kulisse in Bregenz

Staffelstart der Herrenelite: vom ersten Meter an geht es bergauf

Staffelstart der Herrenelite: vom ersten Meter an geht es bergauf

Staffelpodium in H 35 mit der zweitplatzierten bayerischen Staffel

Staffelpodium in H 35 mit der zweitplatzierten bayerischen Staffel

Staffelpodium in D 45 mit der drittplatzierten bayerischen Staffel

Staffelpodium in D 45 mit der drittplatzierten bayerischen Staffel

Einzelpodium in D und H 18 mit Marei Lehner auf dem Bronzerang

Einzelpodium in D und H 18 mit Marei Lehner auf dem Bronzerang

Einzelpodium in D und H 35 mit Andreas Enborg auf dem Bronzerang

Einzelpodium in D und H 35 mit Andreas Enborg auf dem Bronzerang

Ein freudestrahlender und erleichterter Teamchef Valerio Casanova bei der Ehrung der Länderwertung

Ein freudestrahlender und erleichterter Teamchef Valerio Casanova bei der Ehrung der Länderwertung

Die Teilnehmer am diesjährigen ARGE ALP Orientierungslauf in Vorarlberg wurden von Petrus wahrlich verwöhnt: strahlender Sonnenschein, keine einzige Wolke am Himmel und warme Temperaturen bis an die 20 Grad ließen keine Wünsche offen. Entsprechend gut war die Stimmung in der mehr als 100 Läufer starken Länderkampfmannschaft des BTV, angeführt vom engagierten und umtriebigen Teamleader Valerio Casanova. Auch die Leistung passte: Bayern verteidigte den im Vorjahr eroberten vierten Rang und schiebt sich immer näher ans Podest der Länderwertung heran.

Staffellauf: Ständiges Auf und Ab hoch über dem Bodensee

Beim Staffelrennen auf dem Gebhardsberg oberhalb von Bregenz bot sich den Läufern im Zielareal ein fantastischer Ausblick auf den ins Sonnenlicht getauchten Bodensee. Weniger attraktiv gestaltete sich das unmittelbar über dem Pfändertunnel liegende Wettkampfgelände selbst: dieses bestand nahezu ausschließlich aus Steilhängen, so dass entsprechend viele Höhenmeter zusammenkamen. Flachpassagen waren nicht zu finden, vielmehr ging es teils im rechten Winkel zu den Höhenlinien den Berg hinauf oder hinunter. Zu allem Überfluss waren die Wälder stellenweise auch noch mit Brombeerranken durchzogen, was das Vorwärtskommen zusätzlich erschwerte.

Mit der hohen physischen Belastung am besten zurecht kam die bayerische H35-Staffel, die in der Besetzung Ronny Natho, Andreas Enborg und Uwe Weid zur Silbermedaille lief. Das bayerische D45-Trio Milena Grifoni, Christiane Geiger und Karin Vogl konnte sich zudem über die Bronzemedaille freuen. Vierte Plätze gab es für Bayern in H 14, D 18 und D 55, jeweils auf den sechsten Rang kamen die bayerischen Staffeln in D 14, H 45 und H 55.

In den Rahmenkategorien D 12 und H 12 konnten sich die bayerischen Kids Leonie Natho und Juliane Burgmair bzw. David Burgmair und Severin Lehner jeweils über den dritten Rang freuen.

Einzellauf: das "grüne Weiß" von Göfis

Der Einzellauf wurde einige Kilometer weiter südlich, im Waldgebiet "Tona" zwischen Göfis und Feldkirch ausgetragen. Beim ersten Blick auf die Karte schien das Gelände gut belaufbar zu sein, doch in Wirklichkeit waren selbst die weiß eingezeichneten Hochwaldbereiche bisweilen von dichtem Brombeergstrüpp und Stechpalmen durchzogen, was den Lauf für einige Läufer nicht nur schmerzhaft werden ließ, sondern die Routenwahl bisweilen zu einem Glücksspiel machte. Häufig war es letztlich die bessere Wahl, auf die Wege auszuweichen und damit längere Entfernungen in Kauf zu nehmen, um nicht im dichten Bewuchs steckenzubleiben.

Für die bayerische Mannschaft gab es am Ende drei Bronzemedaillen zu bejubeln: Daniel Cionoiu in H 12, Marei Lehner in D 18 und Andreas Enborg in H 35 schafften es gegen die starke Konkurrenz aus der Schweiz, Italien und Österreich aufs Podium.

Auf dem undankbaren vierten Platz kamen Ronny Natho in H 40 und Silvia Seidl in D 55 ins Ziel, jeweils Platz fünf erliefen sich Ole Magnus Baath in H 12, Leo Ritzenthaler in H 14, Sophie Kraus in D 18, Quirin Lehner in H 20 und Anna Enborg in D 35. Mit Platz sechs überzeugten Riccardo Casanova in H 18, Lukas Janischowsky in H 20, Uwe Weid in H 40, Milena Grifoni in D 45 und Gerda Kolloch in D 60. In der stark besetzten Herrenelitekategorie konnte Korbinian Lehner mit Platz zehn überzeugen.

Länderwertung: Bayern kommt!

In der Länderwertung waren nach dem Staffelrennen das Tessin und St. Gallen allen anderen Regionen bereits weit enteilt. Dahinter lag jedoch Bayern punktgleich mit Trentino auf Rang drei, der Vorsprung auf die Plätze fünf und sechs war bereits komfortabel. Beste Voraussetzungen also, um das von Teamchef Valerio Casanova ausgegebene Ziel Platz vier zu erreichen.

Bereits vor dem Einzelrennen war klar, dass es schwer werden würde, das mit zahlreichen starken Einzelläufern besetzte Team aus Trentino zu halten, was sich letztlich auch bewahrheitete. Doch ein Rückstand von weniger als 20 Punkten auf die am Ende drittplatzierten Italiener war eine überaus achtbare Leistung der bayerischen Mannschaft, die damit erst zum fünften Mal in der Geschichte des ARGE ALP OLs den vierten Platz holen und diesen erstmals erfolgreich aus dem Vorjahr verteidigen konnte. Mit 217 Punkten holte die bayerische Mannschaft zudem so viele Zähler wie noch nie zuvor beim ARGE ALP OL und konnte damit die im Vorjahr aufgestellte Bestleistung erneut toppen. Die Tendenz geht also eindeutig nach oben. Das Ziel ist klar: in ein paar Jahren soll der Angriff auf das Podest erfolgen.

Am Ende siegte das Team aus dem Tessin souverän vor Vorjahressieger St. Gallen und der Mannschaft aus dem Trentino. Hinter Bayern lagen Graubünden und die Lombardei auf den weiteren Plätzen unter den zehn ARGE-ALP-Regionen.

Im kommenden Jahr geht es ins Heidiland nach St. Gallen, wo in Flumserberg alpine Wettkampfgelände zwischen 1400 und 1800 m Höhe auf die Teilnehmer warten.

Text: Ralph Körner
Bilder: Erich Nürnberger, Clemens Hartung


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