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Kompassrichtung Zukunft - Jahrestagung OL Bayern 2018

Kategorie: Orientierungslauf
30.01.2018 01:00

Die Entwicklungen im bayerischen OL-Sport sind weiterhin positiv, doch warten auch große Herausforderungen auf die Orientierungsläufer.

Gespannt verfolgten die Tagungsteilnehmer den Vortrag von OL-Landesfachwart Alfons Ebneth.

Gespannt verfolgten die Tagungsteilnehmer den Vortrag von OL-Landesfachwart Alfons Ebneth.

Positiv stellt sich die Entwicklung der Teilnehmerzahlen bei den OL-Landesveranstaltungen dar.

Positiv stellt sich die Entwicklung der Teilnehmerzahlen bei den OL-Landesveranstaltungen dar.

Die Jahrestagung OL Bayern, die alljährliche Vollversammlung des Fachgebiets Orientierungslauf im Bayerischen Turnverband, fand auch in diesem Jahr am Landesleistungsstützpunkt OL in Bernhardswald statt. Der Einladung von Landesfachwart Alfons Ebneth (TSV Bernhardswald) waren über 20 Vereinsvertreter, Fachwarte und Mitglieder des Landesfachausschusses (LFA) gefolgt.

Nach einer Rückschau des Landesfachwartes auf die abgelaufene Saison 2017 mit ihren Erfolgen, Ereignissen und Errungenschaften behandelten die Tagungsteilnehmer die wichtigsten Themenfelder für die Entwicklung des OL-Sports in Bayern.

Im Bereich Ausbildung und Lehre konnte Alfons Ebneth den erfolgreichen Abschluss der C-Trainer-Ausbildung mit 22 Lehrgangsteilnehmern, sowie die erfolgreiche Durchführung einer weiteren Lizenzverlängerungs-Maßnahme mit 21 Teilnehmern vermelden. Neu besetzt werden muss leider die Stelle des Verantwortlichen für Lehre und Bildung im LFA OL, da Malte Rehbein (SV Mietraching) aus familiären Gründen das Amt niedergelegt hat. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmer Informationen zur Umstellung des Lizenzsystems im deutschen Sport.

Auf dem Gebiet des Breiten- und Schulsports können immer wieder erfolgreiche Einzelinitiativen vermeldet werden, wie etwa Sportarbeitsgemeinschaften OL im Raum Regensburg, Schul-Vergleichswettkämpfe in der Oberpfalz, zahlreiche Schul-OLs in vielen Teilen Bayerns, Angebote in diversen Schullandheimen oder die Beteiligung mehrerer Vereine am World Orienteering Day im Mai 2017. Noch fehlt es an flächendeckenden Strukturen, jedoch konnte die LFA-Beauftragte für Schule und Verein Ulrike Neidiger-Pohl (TV 1894 Coburg-Neuses) erfreut verkünden, dass die Lehrerfortbildungen Orientierungslauf sich in mehreren Regierungsbezirken bis hinunter zur Schulamtsebene bereits verselbständigt haben und ohne Initiative aus der OL-Szene heraus immer wieder Maßnahmen für Lehrer angeboten werden.

Der Verantwortliche für Kartenwesen, Umwelt und Naturschutz, Stephan Schneuwly (OLG Regensburg), ging auf die neue Kartennorm ISOM 2017 für Wald-OL-Karten ein und gab eine Empfehlung zur Anwendung dieser Norm für die Neuaufnahme von Karten ab. Angesprochen wurde auch der Themenbereich Orientierungslauf und Jagd, zu dem Siegfried Liebl als aktiver Jäger, Jagdpächter und Orientierungsläufer im Jahr 2017 sehr gute Dokumente erarbeitet hat. Noch keine Aussagen konnten zu den Auswirkungen eines eventuellen Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in den heimischen Wildschweinbeständen auf die Sportart Orientierungslauf gemacht werden.

Die Öffentlichkeitsarbeit des Orientierungslaufs in Bayern ist weiterhin beispielhaft. Die Umstellung der Zeitschrift "OL INFORM" auf ein Jahresheft zum Saisonende wurde erfolgreich umgesetzt und die Zugriffszahlen der BTV-Homepage belegen erneut, dass das Fachgebiet Orientierungslauf gleich hinter dem Gerätturnen und deutlich vor allen anderen, teils weit größeren Fachgebieten die zweithöchsten Besuche und Seitenaufrufe verzeichnen kann. Einig waren sich die Teilnehmer nach einer Diskussion über die Ausrichtung der Öffentlichkeitsarbeit darin, dass soziale Medien wie Facebook die Internetseite keinesfalls ersetzen können, sich diese Medien aber sinnvoll ergänzen, um eine noch breiter aufgestellte Öffentlichkeitsarbeit betreiben zu können.

Im Bereich Leistungs- und Nachwuchsförderung war die abgelaufene Saison 2017 ebenfalls erfolgreich. Zwar verlor die Bayernauswahl beim Jugend- und Juniorenländervergleichskampf (JJLVK) den zweiten Gesamtplatz an Niedersachsen, doch hervorragende Einzelleistungen, die Zugehörigkeit von acht Nachwuchsathleten aus Bayern zum Bundeskader und zahleriche durchgeführte Maßnahmen für den Nachwuchs verdienen besondere Erwähnung. Auch 2018 soll wieder ein sehr aktives Jahr für die OL-Landeskader D und E werden. Teilnahme an zahlreichen Lehrgängen, mehrmaliges Stützpunkttraining in Bernhardswald, ein erfolgreiches Abschneiden beim JJLVK und die Teilnahme an den Länderkämpfen Alpe Adria und ARGE ALP sind die Ziele für die neue Saison, in der abermals acht Bayern im Bundeskader stehen. Ebenfalls diskutiert wurde, wie man die D-Kader-Mitgliedschaft noch attraktiver gestalten kann. Hier wurden gute Ideen eingebracht, die nun weiterentwickelt werden sollen.

Von einer positiven Entwicklung der Teilnehmerzahlen bei OL-Landesveranstaltungen in den letzten Jahren konnte der Verantwortliche für Wettkampf- und Kampfrichterwesen Ralph Körner (OLV Landshut) berichten. Auch die Vergabe der Landesveranstaltungen erfolgte einmal mehr reibungslos. Probleme gibt es lediglich immer wieder beim Finden eines Technischen Delegierten für Landesveranstaltungen. Doch auch hier konnte im Rahmen der Jahrestagung ein Durchbruch erzielt werden. Gespannt lauschten die Tagungsteilnehmer auch dem Vortrag über die geplante Startpassreform des DTB und deren Auswirkungen auf die OL-Veranstaltungen in Bayern.

Über zwei Anträge auf Änderung der Wettkampfbestimmungen hatte der Landesfachausschuss zu entscheiden. Während die Einführung einer Meisterschaftswertung für die Einsteigerkategorien D -12 und H -12 bei Bayerischen Staffelmeisterschaften einstimmig abgelehnt wurde, erhielt die Abschaffung der kostenfreien Ab- und Ummeldemöglichkeit bis eine Woche vor Landesveranstaltungen eine knappe Mehrheit. Während den Ausrichtern der Landes-OLs sowohl die Nutzung des Meldesystems O-Manager als auch des berührungsfreien Stempelsystems Air+ von SPORTident empfohlen wurde, ging ein Arbeitsauftrag an alle Vereine, die finanziellen Auswirkungen einer eventuellen Startgelderhöhung hinsichtlich Mehreinnahmen und Mehrausgaben zu prüfen, um eine Grundlage für einen eventuellen Beschluss auf der Jahrestagung 2019 zu haben.

Beim Tagesordnungspunkt "Zukunft des Orientierungslaufs in Bayern" wurde die aktuelle verbandssportliche Situation beleuchtet, auf die Entwicklungen auf Bundesebene mit Deutschem Turner-Bund (DTB) und Deutschem Orientierungssport-Verband (DOSV) eingegangen und die Möglichkeiten, Chancen und Risiken der Gründung eines eigenen Bayerischen Orientierungssport-Verbandes thematisiert. Nach einer konstruktiven Diskussion war das Credo, zunächst die Entwicklungen beim DTB und DOSV auf nationaler Ebene abzuwarten und sich weiterhin aktiv in den BTV als Fachgebiet einzubringen, aber die Möglichkeit zur Gründung eines eigenen Verbandes weiterhin im Blick zu behalten.

Der abschließende Ausblick des Landesfachwartes fiel wiederum sehr positiv aus. Gleichwohl warten große Herausforderungen auf den bayerischen Orientierungssport. Es gilt, den OL auch in den Bezirken Unterfranken und Schwaben zu etablieren, möglichst flächendeckende Schul-OL-Strukturen in Bayern zu schaffen und vor allem im Jahr 2019 die Nach- und Neubesetzung mehrerer Funktionen im Landesfachausschuss, unter anderem die des Landesfachwartes, für die sich immer noch kein Bewerber gefunden hat, zu meistern.

Im Anschluss an die Jahrestagung fand im gleichen Tagungsraum die Mitgliederversammlung des Fördervereins OL Bayern statt. Ein eigener Bericht hierzu folgt.

Text: Ralph Körner
Bilder: Valerio Casanova, Ralph Körner

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