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Der ideale Corona-Sport

Kategorie: Orientierungslauf
05.06.2020 01:06

Kontaktlos und an der frischen Natur: Orientierungslauf geht auch und vor allem in Corona-Zeiten. Der TV Coburg-Neuses und weitere OL-Vereine haben ein besonderes Angebot und bieten nun Orientierungslauf per App.

Los geht´s mit dem Start-QR-Code

Am Ende den QR-Code fürs Ziel einlesen

Auswertung der Laufzeiten zwischen den Posten

Nur langsam kehrt das gesellschaftliche Leben zurück, jeder versucht sich an das neue Normal zu gewöhnen. Der Sport, der einen Boom erlebte, weil er zeitweise einer der wenigen noch erlaubten war: Joggen. Doch vielleicht ist das reine Laufen für den ein oder anderen zu langweilig geworden und man möchte etwas Neues ausprobieren.

Vielleicht ja Orientierungslauf (OL)? Der Sport besteht darin, Lösungen zu finden, Wege zu planen und sie mit Ausdauer durchzuziehen. Deshalb eignet sich dieser perfekt für die Dauer der Corona-Krise. Der TV Coburg-Neuses hat eine Trainingsform für diese Zeit erfunden.

Ein normaler OL-Wettkampf funktioniert so, dass die Läufer, ausgestattet mit Karte, Kompass und einem speziellen Chip ihre auf der Karte eingezeichnete und ihnen unbekannte Strecke absolvieren. Von einem Startpunkt aus werden nacheinander die Checkpoints (in der Fachsprache: Posten) angelaufen, jeder plant seine Route für sich. Das macht den Reiz dieses Sports aus. Mit dem Chip quittiert man eine Station als Beleg dafür, dass man alle Standorte in der richtigen Reihenfolge absolviert hat. Im Ziel wird der Chip ausgewertet, der Läufer erhält seine Endzeit, seine Zwischenzeiten und die Bestätigung, dass er alle Stationen korrekt abgelaufen ist. Das ermöglicht den Vergleich unter allen Läufern; den Wettkampf.

In der Corona-Krise bietet der TV Coburg-Neuses dieses Prinzip nun für jedermann an. Mit der App „iorienteering“ (http://www.iorienteering.com/) lässt sich ein Orientierungslauf simulieren. Es gibt Strecken für Einsteiger und für Erfahrene. Die von Trainer Thomas Scheler vorbereiteten und von Martin Holzhaus für die App programmierten Strecken liegen im Callenberger Forst. Die Idee stammt von einem Verein aus dem Münchner Umland, der dieses Angebot zuerst dort angeboten hat. Nun gibt es das Laufen mit App auch in Coburg.

Es funktioniert so: Auf der Internetseite www.ol-coburg.de liegen die Karten mit den vorbereiteten Strecken bereit. Downloaden, ausdrucken und in den Wald mitnehmen. Die App aufs Handy laden. Auf den Karten sind Start- und Endpunkte zu sehen, dazwischen die Kontrollpunkte. Jeder hat eine eigene Nummer, jeder steht an einem ganz bestimmten Standort wie eine Wurzel, eine Wegegabel oder eine Flussbiegung. An den Kontrollpunkten im Wald haben die Neuses Läufer QR-Codes an kleine Holzpflöcke, die im Boden stecken, gehängt. (Siehe Fotos anbei)

Dann kann es losgehen: Mit der App scannt man den QR-Code, der auf die Karte gedruckt ist und den QR-Code am Startpunkt. Ziel ist es nun, jeden Kontrollpunkt anzulaufen und den dortigen QR-Code zu scannen. Am Ende lassen sich die gelaufenen Zeiten mit anderen vergleichen. Das funktioniert natürlich auch ohne die App und nur mit der Karte, dann muss allerdings die Zeit selbst genommen werden. Und man muss dazu nicht unbedingt joggen, man kann die Strecken auch abwandern.

Die Vorteile: Es ist Individualsport im Freien, das Abstands- und Kontaktverbot lassen sich problemlos einhalten. Zudem wird das Immunsystem durch Bewegung an der frischen Luft gestärkt. „Orientierungslauf ist schon immer gesunder Einzelsport“, sagt Scheler.

Ohnehin wurden die Läufer aus Neuses auch in der Corona-Krise kreativ: Das feste Postennetz im Callenberger Forst bestückten die Läufer mit Bändchen, sodass individuelles Training möglich war. In den Wald ging es an verschiedenen Tagen, sodass es zu keinem Kontakt kam. Abgestimmt wurde das Training vorher per Mail mit Trainer Thomas Scheler.

Und das zahlt sich nun aus: Die von den Läufern gehängten Bändchen am Festpostennetz bleiben bis auf Weiteres für Trainingszwecke dort hängen, auch für Einsteiger. Wer eine Karte möchte, um die Bänder anzulaufen und dort zu trainieren, kann diese auf Anfrage haben. Im „Sauloch“ zwischen Einberg und Rothenhof sind ebenfalls Bändchen gehängt, auch diese etwas anspruchsvollere Strecke gibt es auf Anfrage. Außerdem liegen schon seit Jahren im Coburger Hofgarten Steinplatten als so genanntes „festes Postennetz“. Wer Orientierungslauf ohne Zwang ausprobieren möchte und seinen Spaziergang oder seine Joggingrunde etwas aufregender machen will, kann sich das notwenige Material beim Coburger Tourismusbüro in der Herrngasse kostenlos besorgen.

Seit vergangener Woche dürfen auch die Läuferinnen und Läufer unter Achtung der Hygienestandards wieder trainieren. Wer Interesse hat, Orientierungslauf in dieser Zeit auszuprobieren und wer Hilfe für den Orientierungslauf per App benötigt, schreibt bitte eine Mail an meldung(at)ol-coburg.de Der TV Coburg-Neuses steht für alle Anfragen zur Verfügung.

Weitere Links zum Thema:

Erklärung des „OL per App“ http://www.ol-coburg.de/ol-auch-per-app-so-gehts/

Das Festpostennetz im Coburger Hofgarten: https://www.coburg.de/desktopdefault.aspx/tabid-2044/304_read-2674/

Text: Fabian Scheler
Bilder: Martin Holzhaus

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