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FSME-Impfung - nicht nur für Orientierungsläufer (über)lebenswichtig

Kategorie: Orientierungslauf
21.12.2016 18:00

OL-Landesfachwart und BTV-Präsidiumsmitglied Alfons Ebneth hat eine lebensgefährliche FSME-Erkrankung hinter sich und wurde nun FSME-Vorsorge-Botschafter.

OL-Landesfachwart Alfons Ebneth, der beinahe an FSME gestorben wäre, engagiert sich heute als FSME-Vorsorge-Botschafter und wirbt für die Schutzimpfung.

OL-Landesfachwart Alfons Ebneth, der beinahe an FSME gestorben wäre, engagiert sich heute als FSME-Vorsorge-Botschafter und wirbt für die Schutzimpfung.

Das "Sportstadion" des Orientierungsläufers ist der Wald. Sich in der freien Natur zu bewegen, auf sich alleine gestellt zu sein, den Wald intensiv erfahren - all das macht den OL-Sport aus. Doch die Umgebung birgt auch Gefahren: eine der unscheinbarsten, aber mitunter schwerwiegendsten sind Zeckenbisse. OL-Landesfachwart Alfons Ebneth, selbst lange Jahre passionierter Orientierungsläufer und Kartenaufnehmer, hat seine Leidenschaft vor zwei Jahren fast mit dem Leben bezahlt - und möchte nun aufklären, um anderen dieses Schicksal zu ersparen.

BTV: Alfons, vor zwei Jahren hat ein Zeckenbiss Dein Leben quasi auf den Kopf gestellt. Was ist passiert?

AE: Nach einer Kartenaufnahme im Wald hatte ich abends wohl einen Zecken übersehen, dieser nutzte die Nacht, um sich unter der Achsel einzunisten. Nachdem ich ihn in der Früh bemerkt und entfernt hatte, beobachtete ich in den nachfolgenden Tagen, ob sich eine Hautreaktion (Anzeichen für Borreliose) einstellt. Nach neun Tagen bekam ich Fieber und Kopfschmerzen und knickte beim Gehen mehrfach ein. An einem Freitag berichtete ich meinen Hausarzt, dass ich wohl an FSME leide, denn es lagen ja tatsächlich typische Symptome und eine idealtypische Inkubationszeit von 10 Tagen vor.

BTV: Gegen FSME, die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kann man sich impfen lassen. Du warst nicht geimpft?

AE: Nein und ich habe es bitterlich bereut. Wer oft im Wald ist – und dazu zähle ich natürlich alle Orientierungsläufer – sollte sich dringend impfen lassen. Alle Eltern haben hier auch eine besondere Verantwortung für ihre Kinder.

BTV: Unmittelbar nachdem die Krankheit diagnostiziert war, begann eine harte Zeit. Wie verliefen die ersten Tage und Wochen?

AE: Der Aufenthalt im Akutkrankenhaus war zunächst geprägt vom reinen Überleben. Nach Einlieferung wurde nach einer Lumbalpunktion der Virus isoliert. Allerdings stellte dann mein Körper die Atmung ein und ich lag 14 Tage fremdbeatmet in Koma. Danach musste ich mühsam in den nächsten sieben Monaten im Krankenhaus und in der Reha das freie Stehen, das Gehen und das Treppensteigen wieder lernen. Ein Krankenhauskeim bannte mich zusätzlich für mehr als sechs Wochen in mein Zimmer. Es war die härteste Zeit meines Lebens, aber es gab viele Menschen – darunter ganz viele Orientierungsläufer – die mich besucht und mir Mut zugesprochen haben. Ohne den Rückhalt und die Besuche meiner Liebsten hätte ich das nicht geschafft.

BTV: Du hast Dich von der Krankheit nicht unterkriegen lassen und Dich zurück ins Leben gekämpft. Wie geht es Dir heute?

AE: Bis heute leide ich an ständigen Nervenschmerzen an beiden Füßen und an der linken Hand. Laufen geht leider überhaupt nicht mehr und Gehen nicht länger als maximal eine bis zwei Stunden. Aber ich habe akzeptiert, mit Einschränken ein zufriedenes Leben mit kleinen Glücksmomenten zu führen. Täglich zwei Schmerztabletten und regelmäßige physiotherapeutische Anwendungen machen mein Leben erträglich. Tätigkeiten im Ehrenamt – insbesondere die vielen Sportstunden in diversen Schulen – sind eine gute Therapie und auch Kurzbesuche in tollen Waldgeländen, um Karten nachzuarbeiten, sind sehr hilfreich gegen aufkeimende Depressionen. Ich vermisse den Orientierungslauf sehr!

BTV: Du engagierst Dich nun als FSME-Vorsorge-Botschafter. Wie kamst Du dazu?

AE: Das Pharma-Unternehmen Pfizer, das auf www.leidenschaftnatur.de mehrere Botschafter mit ihren interessanten Geschichten und mitunter außergewöhnlichen Hobbies vorstellt, hat mich angesprochen. Mir war es ein Anliegen, durch mein Beispiel die drohenden Gefahren durch eine FSME-Erkrankung aufzuzeigen und für eine sehr gute Prophylaxe zu werben.

BTV: Was ist Dein guter Rat an alle Outdoor-Sportler im Bezug auf Zecken und Impfschutz?

AE: Nichts auf die leichte Schulter zu nehmen und keinesfalls etwas anderes vorzuschieben, wenn man sich Zeit nehmen müsste, um zum Impfen zu gehen. Impfen ist überlebenswichtig!

BTV: Wir danken Dir für das Interview, wünschen Dir weiterhin alles Gute und hoffen, dass viele Leser sich dies zu Herzen nehmen, um nicht ebenfalls durch einen Zeckenbiss ihre Gesundheit oder gar ihr Leben zu riskieren.

Das Interview führte Ralph Körner.
Foto: mit freundlicher Genehmigung der Firma Pfizer

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