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GEMA auch bei Sportveranstaltungen zahlen?

Kategorie: Service
18.08.2017 11:17

Wie fast alle Veranstaltungen, werden auch Sportveranstaltungen in der Regel musikalisch untermalt. Das trägt zur allgemeinen positiven Stimmung und Unterhaltung der Zuschauer bei. Jedoch darf nicht jedes Werk kostenlos genutzt und öffentlich aufgeführt werden. Hier stellt sich die Frage, wann bei einer Sportveranstaltung Geld an die GEMA gezahlt werden muss.

Wer ist die GEMA?

Die GEMA, die „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“, ist für die Verwaltung der Nutzungsrechte, die aus dem Urheberrecht in Deutschland hervorgehen, zuständig. Die Autorengesellschaft besteht aus etwa 70.000 Mitgliedern sowie weiteren 2. Mio. Rechteinhabern, so dass sie laut §22 BGB als Verwertungsgesellschaft angesehen wird.

Die GEMA vertritt also die Rechte ihrer Mitglieder, die zum großen Teilen aus Komponisten und Textschreibern, also aus Urhebern, bestehen. Ist ein Urheber und somit auch sein Werk bei der GEMA registriert, kann der Nutzer dies über die sogenannte „GEMA-Musik-Liste“ einsehen. Möchte der Nutzer das registrierte Werk dann nutzen und öffentlich vorführen, muss er zunächst eine Lizenz für die Nutzung erwerben. Daraus gehen wiederum Einnahmen hervor, die die GEMA nach Abzug einer Bearbeitungsgebühr an den Urheber des Werkes weiterleitet. Somit wird durch die GEMA gewährleistet, dass der Urheber eine angemessene Vergütung für die Nutzung seines Werkes erhält.

Öffentliche Veranstaltungen

Die Verwertungsgesellschaft bietet dem Urheber, also dem Schöpfer eines Werkes, dadurch einen gewissen Schutz. Die Rechte seiner Mitglieder vertritt die GEMA vor allem bei öffentlichen Veranstaltungen, wie Aufführungen in Bars, Restaurants und Clubs. Doch auch die Verbreitung der Werke über das Internet wird durch die Verwertungsgesellschaft kontrolliert.

Die GEMA steht sehr stark mit dem Urheberrecht in Deutschland im Zusammenhang. So wird sowohl durch das Urheberrecht als auch durch die GEMA der Schutz des geistigen Eigentums gewährleistet. Um eine angemessene Vergütung eines Musikwerkes für den Urheber sicherstellen zu können ist die GEMA verpflichtet, bei einer öffentlichen Darbietung Gebühren beim Veranstalter einzutreiben. Das geschieht immer dann, wenn die Aufführung des Werkes bei einer öffentlichen Veranstaltung erfolgt.

Was jedoch als öffentliche Veranstaltung gesehen wird, kann variieren. Im Urheberrechtsgesetzt (UrhG) ist festgelegt, dass eine Veranstaltung öffentlich ist, wenn die Teilnehmer in keiner persönlichen Beziehung zueinander stehen. Das also bei der Vorführung von Musikstücken in Bars und Clubs GEMA gezahlt werden muss, ist also klar.

GEMA bei Sportevents

Auch bei Sportveranstaltungen gilt: Wer Musik öffentlich aufführen will, muss zahlen. Da es jedoch eine Vielzahl von solchen sportlichen Events in Deutschland gibt, hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ein Abkommen mit der GEMA getroffen, welches festlegt, dass durch die Zahlung eines jährlichen Pauschalbetrages durch den DOSB, eine Freistellung von den GEMA-Gebühren bei bestimmten Veranstaltungen mit musikalischer Umrahmung erfolgt. Diese Vereinbarung gilt für Vereine und Verbände des DOSB.

Zudem müssen Events mit Musikern spätestens drei Tage vor der Durchführung bei der GEMA angemeldet und von dieser zugelassen werden. Wird die Aufführung eines Werkes nicht durch die GEMA zugelassen, aber dennoch aufgeführt, ist die Verwertungsgesellschaft berichtigt, einen Schadensersatz in der Höhe des doppelten Normaltarifbetrages geltend zu machen.
Isabel Frankenberg, Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V.

Weitere Informationen - auch zur Zusatzvereinbarung DOSB

 

 

 

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