Einzelansicht

Bayern verteidigt Rang drei beim Alpen-Adria-Cup in Ungarn

Kategorie: Orientierungslauf
20.06.2018 22:00

Teodor Yordanov siegt in der Herrenelite über die Mitteldistanz, die Langdistanz und zusammen mit Julian Nürnberger und Philipp Schwarck auch in der Staffel. Tagessiege auch für Katrin Hertel und Gertrud Liebl.

Das Alpen-Adria-Team Bayern 2018 bei den Wettbewerben in Ungarn

Das Alpen-Adria-Team Bayern 2018 bei den Wettbewerben in Ungarn

Vorbereitung ist alles: Triple-Sieger Teodor Yordanov erklärt vor dem Staffellauf Geländedetails anhand eines Stadtmodells

Vorbereitung ist alles: Triple-Sieger Teodor Yordanov erklärt vor dem Staffellauf Geländedetails anhand eines Stadtmodells

Staffel-Massenstart der Herrenelite

Staffel-Massenstart der Herrenelite

Staffel-Massenstart der Damenelite

Staffel-Massenstart der Damenelite

So sehen Sieger aus: die erfolgreiche Herrenelite-Staffel (v.l.) Julian Nürnberger, Philipp Schwarck und Teodor Yordanov

So sehen Sieger aus: die erfolgreiche Herrenelite-Staffel (v.l.) Julian Nürnberger, Philipp Schwarck und Teodor Yordanov

Staffel-Siegerehrung der Herrenelite mit dem bayerischen Trio auf Rang eins

Staffel-Siegerehrung der Herrenelite mit dem bayerischen Trio auf Rang eins

Der diesjährige Alpe Adria Orienteering Cup wurde rund um Szombathely im ungarischen Komitat Vas nahe der österreichischen Grenze ausgetragen. Bei bestem Sommerwetter präsentierten die Ausrichter den rund 250 Teilnehmern aus zehn Regionen insgesamt vier bestens organisierte Wettkämpfe.

Bayern stellte mit einem 36-köpfigen Team um Mannschaftsführer Ralph Körner einmal mehr die größte Abordnung. In den Länderkampfplätzen konnten trotz einzelner kurzfristiger Absagen nahezu alle Plätze belegt und damit ein komplettes Team ins Rennen geschickt werden.

Mitteldistanz: grüne Herausforderung in Szombathely

Die bayerische Mannschaft reiste erst am Freitag, dem ersten Wettkampftag an. Am Nachmittag fiel der Startschuss zur Mitteldistanz, dem ersten Wettbewerb des Wochenendes. Die Organisatoren hatten für den Wettkampf ein meist sehr dicht bewachsenes Laubwaldgelände westlich von Szombathely ausgewählt. Die vielfach eingeschränkte Sicht und die Laufbehinderung durch das üppig wuchernde Grün machten diesen Lauf durchaus anspruchsvoll.

Das Bayernteam konnte sich über hervorragende Einzelergebnisse und eine starke Mannschaftsleistung freuen. In W 16 landeten die bayerischen Nachwuchsläuferinnen einen Doppelsieg durch Katrin Hertel vor Kayla Ritzenthaler, in W 45 besiegte Gertrud Liebl die gesamte Konkurrenz und gewann das Rennen. In der nicht zum Länderkampf zählenden Kategorie M 14 lief auch Daniel Cionoiu zum Tagessieg, in W 14 wurde Verena Hötzinger nur um fünf Sekunden auf Rang zwei verwiesen.

Für ein erstes Ausrufezeichen sorgte Teodor Yordanov, der mit einem starken Rennen die Herrenelite-Kategorie gewann. Insbesondere da auch die weiteren bayerischen Herreneliteläufer gute Zeiten liefen und auch in den anderen Kategorien gute Ergebnisse für Bayern heraussprangen, lag das Team nach dem ersten Tag auf Rang drei mit nur geringem Rückstand auf die führenden Slowenen und die zweitplatzierte Mannschaft aus der Steiermark.

Staffel und Sprint: mit Höchsttempo durchs Stadtzentrum

Erstmals in der Geschichte des Alpen-Adria-Cups wurde der Staffelwettbewerb als Sprintstaffel in urbanem Gelände ausgetragen. Die Elitekategorien starteten am Hauptplatz von Szombathely, die als Mixedstaffeln ausgetragenen Nachwuchs- und Seniorenklassen direkt im nahegelegenen Zielareal. Hohes Lauftempo, stete Achtsamkeit bei den zahlreichen Durchgängen und Hinterhöfen, sowie Kompassarbeit bei den abschließenden Posten im offenen Parkgelände waren der Schlüssel zum Erfolg.

Den fand die erste bayerische Herrenelitestaffel mit Bravour. Startläufer Julian Nürnberger hatte als Vierter mit knappem Rückstand auf die führenden Teams übergeben, Philipp Schwarck als zweiter Läufer brachte die bayerische Staffel in Front und schickte Schlussläufer Teodor Yordanov mit einem souveränen Vorsprung ins Rennen. Der Sieger vom Vortag ließ nichts anbrennen und machte den ersten Sieg einer bayerischen Herrenelite-Staffel beim Alpen-Adria-Cup klar. Auch die zweite Staffel auf Rang sechs präsentierte sich hervorragend.

Ein ausgeglichen gutes Rennen brachte die erste MW35-Staffel mit Stefan Hötzinger, Gertrud Liebl und Ralph Körner auf Rang vier, das erste bayerische Team in der Jugendkategorie MW18 mit Konstantin Kraus, Kayla Ritzenthaler und Benedikt Lehner lief auf Rang sieben ins Mittelfeld. In der Damenelite jedoch, wo die erste bayerische Staffel nur auf Rang sieben ins Ziel kam, wurden einige Punkte liegengelassen.

Dementsprechend waren die Teams aus der Steiermark und Slowenien bereits deutlich enteilt, von hinten rückten Trentino-Südtirol und Kroatien gefährlich an das nach wie vor drittplatzierte bayerische Team heran, hatten aber noch ein paar Punkte Rückstand.

Am selben Tag fand im gleichen Gelände noch der nicht zur Cupwertung zählende Sprintwettbewerb statt. Abermals waren schnelle Beine und gutes Kartenlesen gefragt. Hier sorgten die bayerischen Läufer für zahlreiche Podestplatzierungen. Jana Ropertz konnte das Rennen in W 45 mit großem Vorsprung für sich entscheiden. In M 14 liefen Daniel Cionoiu und Leo Ritzenthaler auf die Plätze zwei und drei, in W 14 wurde Verena Hötzinger Zweite. Dritte Plätze gab es auch für Kayla Ritzenthaler in W 16. Sophie Kraus in W 18, Ralph Körner in M 35 und Ari Kolehmainen in M 55.

Besonders stark präsentierten sich die bayerischen Herrenelite-Läufer mit vier Athleten unter den besten Sechs. Für die erfolgreichen Staffelläufer Philipp Schwarck, Teodor Yordanov und Julian Nürnberger gab es die Plätze zwei bis vier, Felix Wartner wurde zudem Sechster.

Langdistanz: die zahlreichen Höhenmeter von Köszeg

Den Abschluss der Wettbewerbe bildete eine harte und physisch fordernde Langdistanz in Cák bei Köszeg. Zahlreiche Höhenmeter im weitgehend gut belaufbaren und offenen Laubwald wechselten sich mit rasanten Downhillpassagen ab. Dazwischen folgten immer wieder Posten in feinen Grabensystemen, bei denen das Tempo angepasst und genau navigiert werden musste.

In der Herrenelite lief Teodor Yordanov erneut ein famoses Rennen und kürte sich mit seiner Bestzeit zum Dreifachsieger und zum Dominator dieses Alpen-Adria-Cups. Einen zweiten Platz steuerte Gertrud Liebl in W 45 bei, dritte Plätze für Bayern holten in den nicht zur Länderwertung zählenden 14er-Kategorien Verena Hötzinger und Daniel Cionoiu.

Insgesamt hatten die Bayern jedoch an diesem Tag etwas mehr zu kämpfen als auf der Mitteldistanz, so dass die nachfolgenden Teams noch näher herankamen, doch die bayerische Mannschaft behielt mit einer guten Teamleistung einen Vorsprung und verteidigte mit 212 Punkten den dritten Platz aus dem Vorjahr erfolgreich. Den Sieg sicherte sich einmal mehr mit großem Abstand das Team der Steiermark (272 Punkte) vor der Mannschaft aus Slowenien (248 Punkte). Nur knapp hinter dem Podest platzierten sich Trentino-Südtirol (206 Punkte) und Kroatien (200 Punkte).

Im kommenden Jahr führt der Weg zum Alpen-Adria-Cup in den Osten Kroatiens in die Gegend um Našice. Als Termin wurde auf der alljährlichen Tagung der Alpe Adria Orienteering Group das Pfingstwochenende 7. bis 9. Juni 2019 beschlossen. Im Jahr 2020 wird Bayern das zweite Mal nach 2009 Gastgeber des Alpen-Adria-Cups sein. Der OC München wird voraussichtlich im Juni oder Juli 2020 die Wettbewerbe zusammen mit einem Landes-OL-Wochenenende nahe Starnberg ausrichten.

Text: Ralph Körner
Bilder: Ralph Körner, Anne Kolehmainen

Social Share

Kommentare

Copyright © 2018 Bayerischer Turnverband. Alle Rechte vorbehalten.