Fortbildungstermine 2017

Man findet sie in Parks, zwischen Felsen und Hochhäusern aber auch im heimischen Garten.

Der Ursprung dieser Trendsportart geht auf die USA in den frühen 80er Jahren zurück, als Kletterer im kalifornischen Yosemite Nationalpark damit begannen, aus Zeitvertreib auf ihren Klettermaterialien zu balancieren. Eine “Line“ war schnell gespannt. Kleinere Kunststücke wurden probiert, es wurde fantasiert, inspiriert. Erfolge und Nackenschläge wechselten sich ab. Das Niveau steigerte sich beachtlich. 

Unter den Kletterern im Valley bildete sich bald eine Clique begeisterter und wagemutiger Slackliner, die innerhalb einer Klettersaison die Grenzen des Möglichen immer weiter nach oben schoben. Der Spaß in der Gruppe war noch größer, das Pushen und Anfeuern verlieh Flügel. Bald hieß das große Ziel: Lost Arrow Spire! Sie wollten die 900 Meter tiefe Schlucht zwischen der Felswand und der berühmten vorgelagerten Felsnadel auf der Slackline überwinden. Im Juli 1985 war es so weit. Der Amerikaner Scott Balcom überwand die 18 Meter breite Schlucht - eine Leistung, die erst acht Jahre später wiederholt werden konnte. 

Obwohl sich die neue, attraktive Sportart immer weiter entwickeln konnte, blieb sie lange Jahre einem kleinen, illustren Kreis von Kletterern vorbehalten. Es sollte noch Jahre dauern, ehe das Slackline-Fieber den Weg aus dem Yosemite Nationalpark und anderen Klettergebieten heraus fand und schließlich auch über den großen Teich nach Europa schwappte. 
Mittlerweile trifft man auch in unseren Stadtparks immer öfter auf junge Menschen, die dort ihre Slackline zwischen zwei Bäumen gespannt haben. Passanten bleiben stehen und denken sofort an Seiltänzer, die sie aus dem Zirkus kennen. Eine Slackline ist aber kein herkömmliches Stahlseil, sondern ein Nylongewebe aus dem Bergsport, das als flaches Band wesentlich mehr Möglichkeiten bietet. Das ist der entscheidende Unterschied. 

Schaut man genau hin, wird einen die neue Sportart sofort in ihren Bann ziehen. Es ist spannend zu sehen, wie sicher sich Menschen auf einer “Line“ bewegen können. Die Neugierde wächst. Es beginnt in den Füßen zu kribbeln. Kann ich das auch lernen? 
Nach einigen Stunden konsequentem Üben und Versuchen kann man auf der Slackline stehen, beginnt darauf herumzugehen, wird sicherer, will mehr. Ein unglaubliches Gefühl setzt ein...

Go, surf the line!

Inzwischen unterscheidet man fünf Disziplinen:              

Lowline/Trickline

Die gebräuchlichste Art des Slackens ist das Trick- oder Lowlining, da man sich dabei kaum Gedanken über Aufbau und Absicherung der Line machen muss. Hierbei versucht man auf einer relativ niederen, schwach gespannten Line (ungefähr Knie- bis Hüfthöhe über dem Boden) Tricks zu machen. Dabei wählt man als Untergrund am besten weichen Boden wie Gras, Sand oder legt Matten unter, um Verletzungen zu verhindern, wenn man das Gleichgewicht verliert. Einige der beliebtesten Tricks sind: Stehen, Gehen, Rückwärtsgehen, Umdrehen, Hinsetzen, Hinlegen und „Surfen“. Fortgeschrittene beschäftigen sich auch gerne mit Jumplines. Der Name ist Programm - entscheidend ist hierbei die richtige Spannung zu erreichen.

Longline

Es wird versucht eine möglichst lange Line von Fixpunkt zu Fixpunkt zu bewältigen. Die Schwierigkeiten liegen hier in mehreren Bereichen:

1. Das Eigengewicht der Line erfordert ein sehr ruhiges Gehen: es ist schwer die Line wieder ruhig zu bekommen, wenn sie einmal in Schwingung geraten ist.
2. Die Konzentrationsfähigkeit wird auf eine Dauer-Belastungsprobe gestellt.
3. Spannmechanismus und Rücksicherungen müssen von Profis aufgebaut werden, da extrem hohe Kräfte auftreten, die bei falschem Material beziehungsweise Aufbau zu Materialversagen führen können.

Rodeo- bzw. Freestyleline

Solche Lines sind nicht fest gespannt sondern werden mehr oder weniger "schlapp" aufgehängt. Aufgrund des Durchhangs ist das Begehen solcher Lines wesentlich schwieriger, außerdem können schwerere Stürze passieren. Die Tricks auf diesen Lines beschränken sich im Normalfall auf Gehen, Umdrehen, Querstehen und Surfen, wobei letzteres eher einem langsamen, kontrollierten Schwingen entspricht. Rodeolines sind ein gutes Training für Longlines, da in beiden Fällen die Line sehr ruhig unter dem Schwerpunkt des Slackliners gehalten werden muss. Hier besteht auch eine große Ähnlichkeit zum Schlappseil.

Highline

Highlines sind in einigen Metern bis zu mehreren hundert Metern Höhe angebracht, so dass ein einfaches und gefahrloses Abspringen nicht mehr möglich ist. Hierbei spielt nicht nur die Fähigkeit, das Gleichgewicht zu halten, eine Rolle, sondern vor allem bei sehr hohen Lines kommt die psychische Komponente dazu, über einen Abgrund zu laufen.  
Der Bau von Highlines ist absoluten Profis vorbehalten, die über die wirkenden Kräfte und die Dimensionierung der Befestigungen genau Bescheid wissen. Hier ist ein professioneller Aufbau noch wichtiger als bei den Longlines, da bei Materialversagen nicht nur Verletzungs- sondern auch Absturzgefahr besteht. Deshalb werden die Befestigungen für Highlines redundant ausgelegt und die Person auf der Line wird durch einen Klettergurt und eine daran befindliche Sicherungsschlinge an einem Kletterseil gesichert, das wiederum unabhängig von der Befestigung der eigentlichen Line befestigt und unter die Line geklebt wird. 
 
Midlines nennt man Slacklines, die in Absprunghöhe angebracht sind.

Waterline

Eine weitere Spielform ist das Begehen einer über Wasser gespannten Line. Durch den fehlenden festen Untergrund als Möglichkeit zum Absteigen, wie auch als optischer Fixpunkt, ist das Begehen einer solchen Line anfangs meist wesentlich schwieriger als über festem Grund. Doch nach einer gewissen Übungsphase kann man Waterlines gut nutzen um spezielle Sprung-Tricks wie z.B. Salti ohne Verletzungsgefahr bei der Landung zu üben, wobei aber auch Stürze ins Wasser nicht immer schmerzfrei sind.
 
Bei der Wahl des Platzes sollte neben stabilen Fixpunkten auch auf einen passenden Gewässergrund aus rundem Kies, Sand oder Schlamm geachtet werden, um das Verletzungsrisiko bei Stürzen zu minimieren. Für normales Gehen ist eine Wassertiefe von ca. 1,40 Meter ausreichend, bei Sprüngen sollte es wesentlich mehr sein, damit der Slackliner bei der Landung nicht auf Grund stößt. Außerdem ist darauf zu achten dass der Untergrund in Ufernähe möglichst abrupt abbricht, damit sich der Slackliner bei Stürzen in Ufernähe nicht durch fehlende Wassertiefe verletzen kann. Falls das nicht gegeben ist, können andere Slackliner wie beim Bouldern als Spotter dienen bzw. dem Begeher mit Hilfe einer Stange, eines Seils, Astes oder Ähnlichem ermöglichen, dass er sicher aus der Gefahrenzone balancieren kann. 
Einen Unterschied in der Begehung gibt es auch zwischen stehenden und fließenden Gewässern, da die Wasserbewegung zusätzlich ablenkt und das Gleichgewichtsempfinden stört.

 

 

(frei nach Wikipedia.de)

In Sporthallen finden sich vielfältige Verankerungspunkte zum Anbringen einer Slackline. Beachtet werden muss vor allem, dass die Befestigungspunkte den auftretenden Zugkräften bei der Benutzung standhalten. Durch die gezielte Auswahl der Befestigungspunkte wird auch ein Einfluss auf die Schwierigkeit der Begehbarkeit genommen. Wichtig ist es, dass sich immer nur ein Akteur auf der Slackline befindet. 
Es ist zu beachten, dass je nach Untergrund und Höhe der Slackline eine Absicherung, etwa durch Matten sehr wichtig ist, um Verletzungen zu vermeiden! 

Die Slackline sollte im Anfängerbereich immer nur auf Kniehöhe gespannt werden!!!

 

Befestigungsmöglichkeiten

Reck- und Volleyballpfosten

Reckpfosten: Laut DIN-Norm 7903 muß ein ordentlicher Reckpfosten in 54 cm Höhe, vom Boden aus gemessen, eine Kraft von 9.000 N aushalten. Es empfiehlt sich also, Slacklines grundsätzlich über ein Gestell (z.B. A-Frame) oder einen Kasten zu spannen. Entscheidend ist, dass die Kraft in Bodennähe wirkt. Die Schlinge sollte vom Boden aus gemessen maximal in 30 cm Höhe befestigt werden. So werden die Kräfte, die auf die Bodenhülse wirken nicht zu hoch und zudem wird auch das Verbiegen der Pfosten verhindert.

Volleyballpfosten: Die DIN-Norm 1271 sieht eine Belastung von max. 8.000 N in 30 cm Abstand vom Boden vor. Die Slacklines werden identisch wie bei Reckpfosten (siehe oben) angebracht.

  • Steht der Umlenker (A-Frame / Kasten) zu nah am Reck- / Volleyballpfosten und die Anbringung ist bodennah, könnte ein gesteckter und ungesicherter Reck- / Volleyballpfosten herausgezogen werden. Lösung: Entweder die Schlinge etwas höher (nicht über 30 cm Höhe!) am Pfosten anbringen oder den Umlenker etwas weiter weg vom Pfosten aufstellen!
     
  • Gesteckte, und dann durch eine viertel Drehung gesicherte Pfosten lassen sich durch eine nicht mittige Anbringung der Schlinge drehen und herausziehen.
    Lösung: Den Ankerstich mittig vor den Pfosten positionieren!

Steckbarren

Den gesteckten Barren gibt es nur in Bayern und Schleswig-Holstein. Angenehm: durch eine Drehung und einen Verschlusshebel kann er gesichert und somit nicht nach oben herausgezogen werden. Unbedingt die Schlinge möglichst in Bodennähe legen und dann wie oben beschrieben umlenken. 

Bodenverankerungen

Die Slackline wird grundsätzlich über ein Gestell (z.B. A-Frame) oder einen Kasten umgelenkt. Zwischen Bodenhaken und dem Gestell zur Umlenkung sollte der Hallenboden nicht berührt werden. Die vorgesehene Zugrichtung ist zu beachten.

Von anderen Befestigungsmöglichkeiten (z.B. Sprossenwänden) raten wir ab!!!

 

Belastung auf die Fixpunkte

Je geringer der Durchhang, desto höher sind die Kräfte auf die Fixpunkte (Pfosten).

 

Um die Kräfte abschätzen zu können, kann die Formel nach Kroiß verwendet werden:


FR = Reaktionskraft am Fixpunkt
FG = Gewicht des Sportlers
L = Länge der gespannten Slackline
D = Durchhang der Slackline
 

Formel: Andreas Kroiß 

 

 

Bäume

Die Bäume sollten gesund sein und je nach Gewicht des Slackers, einen Mindestumfang von 0,6 - 1 Meter (Durchmesser etwa 20 - 30 cm) haben. Damit die Bäume nicht geschädigt werden, sollte unbedingt eine Zwischenlage als Schutz für die Rinde eingefügt werden. Dazu bieten sich Teppiche oder breite Polyesterbänder an. (siehe Baumschutz)

Pfosten, Säulen usw.

Auch in der Stadt finden sich zahlreiche Fixpunkte. Scharfe Kanten und raue Oberflächen sollten mit einem Abriebschutz belegt werden um die Lebensdauer der Slackline zu erhalten. Die Fixpunkte müssen vorher genau auf ihre Belastbarkeit hin überprüft werden.

Bohrhaken

  • Auch das Setzen von Bohrhaken bietet die Möglichkeit Slacklines zu spannen. Diese sind aber nur von Fachleuten anzubringen.
  • Die Slackline sollte im Anfängerbereich immer nur auf Kniehöhe gespannt werden!!!
  • Ein ebener und weicher Untergrund (Wiese, Sand etc.) ist nicht nur für einen Anfänger von Vorteil.

Kann eine Slackline einen Baum beschädigen?

Um diese Frage zu klären, haben wir  Ludwig Steiner vom Baureferat München - Abteilung Gartenbau, einen Besuch abgestattet.
In seinem Besprechungsraum kommt Ludwig Steiner ohne Umschweife zur Sache. Mithilfe eines Baumschemas erklärt mir der Fachmann zunächst, wie so ein Baum eigentlich funktioniert.
Stark zusammengefasst und vereinfacht kann man sagen: das Kernholz stützt, das Splintholz versorgt den Baum vom Wurzelbereich, das Kambium ist für das Dickenwachstum zuständig, wogegen das Korkkambium für das Wachstum der schützenden Borke des Baumes verantwortlich ist. Wasser und Nährstoffe werden nach oben in die Krone und Assimilate (als Ergebnis der Photosynthese) werden nach unten bis in das Wurzelwerk transportiert.

Dr. Stefan Fiedl, stellvertretender Abteilungsleiter des Gartenbaureferates der Stadt München: „Bisher liegen uns noch keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber vor, wie sich die Befestigung von Slacklines auf verschiedene Bäume auswirken. Im Moment gehen wir aber davon aus, dass sich Schäden vermeiden lassen, wenn entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden."

Um eine Beschädigung von vornherein zu verhindern, rät der Experte:

1. Bitte befestigen Sie die Lines nur an Bäumen mit einem Mindestdurchmesser des Stammes von 30 cm oder größer (Umfang: mindestens 120 cm).

2. Bitte suchen Sie Bäume mit dicker schuppiger Borke und vermeiden Sie solche mit glatter Borke. Bitte verwenden Sie bei der Befestigung der Slackline an Bäumen einen zusätzlichen Abriebschutz.

Übrigens: In der Zeit von Mitte Januar bis Mitte Mai sind alle Bäume besonders empfindlich!!!

3. Bitte nehmen Sie Rücksicht auf andere Besucherinnen und Besucher der Grünanlagen. Nach der Grünanlagensatzung der Landeshauptstadt München ist z.B. die Ausübung von Sport in den Grünanlagen verboten, soweit dadurch andere belästigt oder gefährdet werden können. Eine Gefährdung liegt z.B. vor, wenn die Slackline über Wege oder Pfade gespannt wird.
Halten Sie deshalb Ihr Band stets unter Aufsicht, damit es nicht für einen unbeteiligten Dritten zur Stolperfalle wird.

Als Slacker kann man diese Information wie folgt nutzen: Je empfindlicher die Rinde (abhängig vom Alter, Art und Jahreszeit), desto weniger Spannung sollte angelegt werden und desto effektiver sollte der Baumschutz sein. Ein Teppichrest eignet sich hervorragend - wobei die Dämpfung keine Rolle spielt. Es geht nur darum, einen Abriebschutz zu installieren.
Die Oberseite eines Teppichs ist häufig aus Polyester, das sehr wenig Reibung verursacht. Bei einer Rundschlinge mit Schäkel entsteht eine vertikale Reibung an beiden Seiten des Stammes. An diesen Stellen sollte eine Gleitschicht zwischen Band und Borke angebracht werden, so dass das Band auf der Schutzschicht gleitet und nicht die Borke beschädigt.
Bei einem Ankerstich entstehen die Kräfte dort, wo der Knoten gelegt wird. Liegt der Knoten vor dem Stamm, ist die Situation identisch wie bei einer Rundschlinge mit Schäkel. Wird das System schnürend gelegt, also der Knoten liegt seitlich am Stamm und das System zieht sich zusammen, dann verändert sich die Richtung der Reibungskräfte: je stärker sich das Gurtsystem zusammenzieht, desto mehr verringert sich die Reibung in vertikaler Richtung. Die Reibung in horizontaler Richtung wird stärker. Auch hier ist also dringend ein Baumschutz erforderlich, obwohl man die Reibung mit dem Auge nicht so leicht erkennen kann wie bei einer Rundschlinge.
Generell beruhigt ein effektiver und auch gut sichtbarer Baumschutz nicht nur die Besitzer, sondern auch die Nutzer von Grünanlagen.

Zusammenfassend empfiehlt Ludwig Steiner: „Der Sportler sollte alle Risikofaktoren wie Beschaffenheit der Rinde, Stärke des Stammes, Saftfluss, Breite des Spannbandes und die anzubringende Spannung berücksichtigen, um die Bäume möglichst zu schonen.“

Wenn sich alle Akteure dieser neuen Sportart naturverträglich verhalten, also keine Bäume beschädigen und andere Parkbenutzer gefährden oder belästigen, sollte es für die Sportler in Grünanlagen keine Probleme geben.

Mo Di Mi Do Fr Sa So
5 30 31 01 02 03 04 05
6 06 07 08 09 10 11 12
7 13 14 15 16 17 18 19
8 20 21 22 23 24 25 26
9 27 28 01 02 03 04 05

Terminsuche

BTV-Hauptausschuss

29.04.2017

Ort: Treuchtlingen
Kategorie: Verbandsveranstaltung

Internationales Deutsches Turnfest

03.06.2017 - 10.06.2017

Ort: Berlin
Kategorie: Verbandsveranstaltung

BTJ Verbandsjugendausschuss

11.11.2017

Ort: Augsburg
Kategorie: Trendsport

BTV-Hauptausschuss

17.11.2017 - 18.11.2017

Ort: N.N.
Kategorie: Verbandsveranstaltung