Was ist TGM, TGW und KGW?

TGM/TGW/KGW ist ein Gruppenwahlwettkampf. Eine Gruppe, bestehend aus 6-12 Personen stellt sich aus verschiedenen Disziplinen ihren Wettkampf zusammen. Abhängig von der Wettkampfklasse wählt sie drei oder vier Disziplinen.

Im Vordergrund steht neben dem Wettkampf der Spaß am gemeinsamen Turnen. Der Kreativität der Gruppen sind keine Grenzen gesetzt.

Die Gruppen können aus folgenden Disziplinen wählen:

 

  • Gruppenturnen am Boden mit oder ohne Kasten

Auf einer Bodenfläche (12x12 Meter) wird eine Turnkür vorgeführt. Die Übung dauert zwei bis vier Minuten.

 

  • Gruppentanz

Auf einer Fläche von 13x13 Metern Tanzen die Gruppen einzelne oder verschiedene Tanzstile - alles ist erlaubt.

 

  • Gruppengymnastik mit Handgerät

 

Bänder, Reifen, Bälle, Seile, Keulen oder alternative Geräte müssen nach Musik geworfen, gedreht, gerollt oder anders bewegt werden.

 

  • Singen in der Gruppe

Mehrstimmige A cappella-Lieder, Mashups oder Medleys werden von den Gruppen frei vorgetragen. Instrumentalbegleitung ist bedingt erlaubt.

 

  •  Ballweitwurf

Je nach Wettkampfklasse und Geschlecht werfen die Gruppenmitglieder mit Schlag- oder Medizinbällen. Jeder Teilnehmer hat zwei Versuche.

 

  • Orientierungslauf

Anhand einer Karte und mit Hilfe eines Kompasses müssen im Gelände möglichst schnell zehn verschiedene gekennzeichnete Punkte gefunden werden.

 

  • Laufstaffel

Sechs oder acht Athleten treten zu einer Pendelstaffel über 50 oder 75 Meter gegen die Uhr an.

 

  • Schwimmstaffel

Sechs oder acht Athleten schwimmen in einer Staffel jeweils 50 Meter.

Im KGW werden drei Disziplinen frei gewählt, verpflichtend hinzu kommt die sog. Überraschungsaufgabe, eine Geschicklichkeitsstaffel, die den Gruppencharakter des Wettkampfes unterstreicht.

Eine Mannschaft besteht aus sechs bis zwölf Teilnehmern. Sie kann rein weiblich, rein männlich oder gemischt sein. Die Altersspanne über alle Wettkampfklassen beginnt bei sechs Jahren und ist nach oben hin offen.

Die Verknüpfung von sportlichen und musikalischen Disziplinen machen den besonderen Reiz des Wettkampfes aus. Besonders erwähnenswert ist der ausgeprägte Gruppencharakter. So sind beispielsweise beim Turnen Hilfestellungen nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht.

In den nichtmessbaren Disziplinen werden die dargebotenen Leistungen mit Punkten von einem Kampfgericht belohnt. In den messbaren Disziplinen werden die Gruppenergebnisse in Punkte umgerechnet.

Geschichte des Gruppenwettkampfs

Vom Wimpelwettstreit zu TGM und TGW

Auf Vorschlag des damaligen Turnerjugendführers, Nikolaus Bernett, fand 1924 beim 2. Deutschen Turnerjugendtreffen in Marburg erstmals ein „Wimpelwettstreit“ statt. Der Wettkampf wurde in Gruppen ausgetragen und zwar entweder in reinen Jungen- oder Mädchengruppen oder in gemischten Gruppen. Jede Gruppe musste ein eingeübtes Lied vorsingen sowie einen Tanz und eine Turnübung gemeinsam zeigen. Der verantwortliche Wettkampfleiter, Otto Brünning, aber auch die Teilnehmer waren vom Verlauf und Ergebnis des neuartigen Wettkampfes überzeugt und fanden, dass der „Wimpelwettstreit“ in Zukunft „…ein gutes Stück jedes Turnerjugendtreffens…“ ausmachen werde.

Leider konnte dieser Wimpelwettstreit bei den nächsten Turnerjugendtreffen nicht mehr wiederholt werden. Beim Deutschen Turnfest 1933 in Stuttgart wurde er gar durch einen Mannschaftswettkampf im Wehrturnen ersetzt.

Erst nach dem Krieg lebte die Idee des Gruppenwettstreits wieder auf. Ein neuer Wettkampf wurde für das Deutsche Turnfest in Hamburg 1953 geschaffen, der DTVG (Deutscher Turnvereinsgruppenwettstreit) und erstmals wurden bei einem Deutschen Turnfest auch Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren zugelassen. In nimmermüder Begeisterung rühmten die Berichterstatter den Gruppenwettstreit als vielseitigen und schönsten Wettbewerb der Turnerjugend, als Glanzpunkt ihrer wettkämpferischen Betätigung. Seit dieser Zeit gilt der Wettbewerb als Inbegriff turnerischer Jugendarbeit.

 

Wie aber kam der Gruppenwettstreit nach Bayern?

Max Prutscher, damals als Landesjugendturnwart verantwortlich für das Gerätturnen der männlichen Jugend, nahm 1953 am Deutschen Turnfest in Hamburg teil und er war sichtlich begeistert von der neuen Art des Turnens, die nach seiner Meinung eine echte Alternative zum Gerät- und Kunstturnen darstellte. So organisierte er bereits 1955 beim 1. Landesjugendtreffen in Kempten den Gruppenwettstreit für 8-Paar- und 4-Paar-Gruppen. Beim 2. Landesjugendtreffen in Regen-Raithmühle, Niederbayern, starteten bereits Mädchen- und Jungengruppen im so genannten „Wimpelwettstreit“. Max Prutscher hat in seiner Zeit als Landesfachwart für Jugendturnen noch zahlreiche Landesjugendtreffen organisiert, wie 1966 in Memmingen, 1972 in Füssen usw. und er ist unumstritten der eigentliche Initiator für das so erfolgreiche Jugendturnen in Bayern. Auch wenn Max Prutscher am 13. Februar 2003 – zwei Wochen vor der Vollendung seines 90. Lebensjahres – verstarb, wird seine Idee (hoffentlich) noch lange weiterleben.

 

Die Turnerjugendwettkämpfe heute

Heute stellen die Turnerjugendwettkämpfe im Bayerischen Turnverband ein umfassendes turnerisches und sportliches Angebot als sinnvolle und vielseitige Freizeitbeschäftigung für alle Jugendlichen in den Turn- und Sportvereinen dar. Ein wichtiges Ziel ist die Bildung von Turnerjugendgruppen für die Turner(jugend)gruppen-Meisterschaft, den Turner(jugend)gruppen-Wettkampf und den Kindergruppen-Wettkampf mit dem Schwerpunkt, das gemeinsame Üben von Jungen und Mädchen zu fördern.

Um auch den Kindern und Jugendlichen, die nicht in die Gruppen integriert werden können wurde Ende der 1970er Jahre vom damaligen Landesfachwart Günter Braun der Turnerjugendvierkampf ins Leben gerufen. Dieser orientiert sich an den „klassischen Disziplinen“ des Turnerjugendwettkampfs (Bodenturnen, Laufen und Schwimmen). Ergänzt wurde der Wettkampf durch das sehr beliebte Minitrampolinspringen.

Tanz, Show, Vorführungen und Choreografie genießen in der Gesellschaft mittlerweile einen hohen Stellenwert. Zahlreiche Casting-Shows und Fernsehsendungen zeugen von einem großen Interesse an Vorführungen. In diese gesellschaftliche Entwicklung fügt sich Tuju-Stars hervorragend ein. Vorführungen und Shows gehören seit jeher zu den Kernangeboten der Turn- und Sportvereine und sind häufig ein herausgehobenes Merkmal für das örtliche und regionale Leben. 2011 wurden diese beiden Showettbewerbe der Turnerjugend ins Fachgebiet integriert.

 

Zu den Turnerjugendwettkämpfen in Bayern gehören:

  • ·         Turner(jugend)gruppen-Meisterschaft (TGM)
  • ·         Turner(jugend)gruppen-Wettkampf (TGW)
  • ·         Kindergruppen-Wettkampf (KGW)
  • ·         Turnerjugend-Vierkampf (Tuju-4-Kampf)
  • ·         Tuju-Stars
  • ·         außerdem werden die Turnergruppenmeisterschaft der Erwachsenen und Senioren sowie der Turnergruppenwettkampf der Erwachsenen wegen der Gleichheit der Wettkämpfe im Fachgebiet Turnerjugendwettkämpfe angesiedelt.

 

Faszination Gruppenarbeit

Die ungewöhnliche Vielseitigkeit vereint Tradition und Fortschritt zu einer spannenden Kombination von Disziplinen. Aber nicht nur der Sport ist bedeutend, genauso ist die Gemeinschaft für den einzelnen wichtig, das Einfügen in eine Gruppe und gleichzeitig auch das Gefühl, von einer Gruppe als einzelner getragen zu werden. Das spricht klar gegen die Vereinzelung und den Individualismus unserer Zeit und des Sports, gegen Spezialisierung und Rekordsucht.

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